Cloudbetreiber sind verantwortlich!

jlGroße Aufregung herrscht gerade, wegen Naktfotos von einigen Hollywood-Stars, in erster Linie deshalb, weil diese von einem bösen Hacker aus der Apple-Cloud abgesaugt wurden.

Natürlich ist es nicht erlaubt, fremde Daten ohne Erlaubnis aus einer Cloud zu kopieren, ein Bankraub ist ja auch nicht erlaubt. Das ist grundsätzlich auch richtig so, allerdings hinkt dieser Vergleich ziemlich. Das Wesentliche an dieser Sache wird in der durchschnittlichen Berichterstattung leider unter den Tisch gekehrt.

Daten sind wertvoll

Wer etwas Wertvolles für jemand aufbewahrt, der ist auch dafür verantwortlich, dass damit nichts passiert, also es z.B. abhanden kommt.

Es ist selbstverständlich, dass Banken für das mühsam erarbeitete Vermögen, verantwortlich sind, und dieses auch entsprechend sichern müssen. Dafür gibt es eine Vielzahl von Vorschriften und Maßnahmen. Und trotz alldem gibt es immer wieder unglaubliche Skandale mit verheerenden folgen…das schlimmste Versagen all jener Mechanismen ist vermutlich die „Hypo-Alpe-Adria-Geschichte“, die u.U. noch mehrere Generationen schädigt.

Daten sind ebenso wertvoll, denn wäre es nicht so, würde es ja auch keine Aufregung wegen ein paar Naktfotos geben. Aus diesem Grund werden zentrale Datenspeicher auch als Datenbank bezeichnet und eine Cloud ist in Wahrheit technisch nichts anderes, als eine Datenbank im Internet. Der Unterschied zwischen den Naktfotos und dem Hypovermögen ist, dass diese Daten zum einen nicht wirklich so wichtig sind, wie es in den Medien aufgeblasen wird (…zwischen Bikini und ganz nakt trennen gerade ein paar Quadratzentimeter 😉 ) und zum anderen kein gemeinschaftlicher Schaden ist, da es eben persönliche Daten der Betroffenen sind.

Das ist bei dem Vermögen, das eine Bank verwaltet anders, denn Geld hat keinen persönlichen Besitzer. Jeder 10€-Schein ist gleich, egal wer diesen eingezahlt hat.

Konzerne entlocken Daten

Der Eigentümer entscheidet, wem er sein Vermögen anvertraut. Beim Geld ist das so. Jeder kann selbst entscheiden, wem er sein Geld gibt. Doch wie ist das mit den Daten, also z.B. den Fotos am Smartphone?

Das Pseudoargument lautet hier immer: „Der Kunde hat mit einem Häkchen (irgendwo) zugestimmt (…dass die Daten in die Cloud upgeloaded werden).“. Doch das ist in Wirklichkeit keine echte Wahl., sondern nur eine mit vorgehaltener Waffe. Denn ist die Alternative kein Smartphone zu verwenden?

Wann werden endlich Bestimmungen erlassen, die den unbemerkten Datenklau durch Datensammler (wie z.B. Apple und seine iCloud) und das verschleiern derartiger Praktiken durch Floskeln wie Bedienungskomfort untersagen bzw. regulieren? Ein Vielzahl beliebter kommerzieller Anwendungen zwingen die Benutzer zur Zustimmung und laden dann „verschiedenste“ Daten auf irgendwelche Systeme im Internet.

Solange Kommerz und Politik sich die Hände geben, wird der normale Bürger verarscht und ausgebeutet.

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